Umsonstkultur und Piratenpartei

vs Abmahnkultur und Content-Nazis ?

Heise online veröffentlichte gerade einen Artikel mit dem Titel “Kreative wenden sich gegen ‘Umsonstkultur’ und Piratenpartei” und ich muss halt auch einen Kommentar abgeben.

Es ist unbestritten, dass es sowohl eine Umsonstkultur als auch eine Piratenpartei gibt, jedoch muss man mit keinem der beiden einen Krieg anfangen, schon gar nicht wenn man nicht ganz versteht worum’s geht.

Es soll ja Leute geben die für nichts Geld bezahlen wollen, egal wie viel arbeit in deren Herstellung geflossen ist. Auch ich konnte mich zu dieser Gruppe zählen als ich mich noch im jugendlichen Alter befand. Aber ich zählte mich eher zur anderen Gruppe von Leuten, die sich einfach nicht leisten konnten die ganze musik zu kaufen die gerade neu auf den Markt kam. Zu der Zeit war aber einiges erlaubt was man jetzt versucht unmöglich zu machen und zu verbieten. Ich habe gerne Kasetten gekauft um diese Freunden zu geben, die mir darauf CDs aufgenommen haben. Ich hab das gleiche für meine Freunde auch getan. Dann hat die Musik Industrie versucht kopierschutz auf die CDs zu packen um das zu verhindern. Warum ? Gab es nicht genug umsatz ? War man vielleicht nur zu gierig ? Zur gleichen Zeit fing auch die sache mit den illegalen Musik Downloads an. Ich erinnere mich nicht wirklich an den Zeitpunkt, ich weiss nur, dass ich weit unter 18 war und es war vor der Jahrtausendwende.

Da hatten wir dann die Musik Downloads über die die gesammte Industrie klagt. Was kam danach ? Klagen. Sowohl gerichtliche als auch wörtliche. Noch und nöcher. Jahre lang. Was kam nicht ? Legale Downloads. Jahre lang….

Es schien als hätte sich die Industrie darauf geeinigt, dass man niemandem erlaubt etwas zu kaufen was er umsonst haben konnte. CDs hatten einen Kopierschutz damit man sich keine Audio Dateien auf den Computer ziehen konnte, selbst abspielen ging auf einigen geräten nicht mehr, und verkäufe von Musik Dateien gab’s auch nicht. Man war also gezwungen entweder zu klauen oder Musik nicht zu hören. Und über zehn Jahre später beklagt man sich dann immer noch, dass das wozu man die Konsumenten gezwungen hat immer noch stattfindet.

Kurze Frage zum nachdenken: Was wäre passiert wenn es iTunes gegeben hätte bevor Napster sich verbreitet hat ?

Damit aber nicht genug. Endlich hat die Musik Industrie angefangen Musik auch online zu verkaufen und verdient nicht schlecht damit. Andere “kreative” sind so kreativ, dass es nicht mal Ideen gibt die schon existieren. Filme gibt’s nur mit kopierschutz und online schon gar nicht. Bücher sind sehr schwierig zu digitalisieren und falls es sie online gibt dann auch nur mit Kopierschutz. Ich kann Filme sehr einfach illegal im Internet bekommen. Kaufen kann ich sie nicht.

Deshalb: Solange es mir unmöglich ist etwas zu kaufen was ich umsonst haben kann, kann man sich auf der anderen Seite nicht über die Umsonstkultur aufregen.

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